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Theorie

Grau, mein Freund, ist alle...

Wer keine Ahnung davon hat, was er tut, ist selbst schuld. Aber keine Panik - wir helfen Ihnen weiter. Lernen Sie von den besten, lernen Sie von uns! Wenn wir ins Theoretisieren kommen, bleibt kein Auge trocken...

Jetzt aber mal im Ernst: Literatur ist nicht nur die Aneinanderreihung von mehr oder weniger hübschen Lettern. Literatur bedeutet auch Diskurs, und damit nicht alles in bodenlose Trivialitäten abdriftet, wollen wir uns niveauhebenderweis auch der theoretischen Durchleuchtung von Literatur widmen. Dafür wurden zwei Rubriken geschaffen, eben jene namens "Theorie", auf der Sie sich gerade befinden, und eine zweite unter der Bezeichnung "pulp...?"

Was hat das nun auf sich? Ganz einfach: Unter "Theorie" werden Aufsätze zur Literatur im Allgemeinen veröffentlicht. Hier ist jedes Thema zu allen Genres und Gattungen willkommen, während sich die Arbeiten in der Rubrik "pulp...?" ausschließlich mit dem Phänomen der Pulp-Literatur beschäftigen.

Den Anfang in der Rubrik "Theorie" macht Stefan Wölfels Arbeit über Kindheitsbeschreibungen in mittelalterlicher Literatur, die nun schon zu mehr als einem Drittel vorliegt:

Lassen Sie sich vom Titel nicht in die Voreingenommenheit entführen. Hintergrund der Arbeit sind die Thesen des Kulturwissenschaftlers Philip Ariès und des Psychohistorikers Lloyd de Mause, die behaupteten, dass Kindheit erst mit dem Beginn der bürgerlichen Gesellschaft "entdeckt" wurde und vorher Kindheit schlichtweg nicht existierte. Die literarischen Quellen des Mittelalters sprechen allerdings eine ganz andere Sprache als die der modernen Zivilisationsoptimisten...

Dabei werden die mittelalterlichen Heldenepen und Höfischen Romane betrachtet und die Lebenswege allseits bekannter Haudrauf-Jünger wie Siegfried, Hagen, Wolfdietrich, Parzival oder Tristan dahingehend untersucht, wie weit Fiktion und mythische Referenz sich an historisch verbürgter (oder auch konstruierter) mittelalterlicher Lebenswirklichkeit anlegen lassen.

Die Arbeit wird in den kommenden Ausgaben fortgesetzt, weitere sind in Vorbereitung, z. B. zu E. M. Forsters Rückgriffe auf Thomas Carlyle in "A Room with a View" (voraussichtlich ab Ausgabe 6.0/04 Juni 2004).